Jetzt schon an die Sommerferien denken??? Aber ja doch!

Lernen in den Sommerferien? Das hört sich erst einmal nicht wirklich interessant an. Das Gegenteil haben Greta und Lasse im letzten Sommer erfahren dürfen. Sie haben jeweils an einer JuniorAkademie des Landes NRW (ein Programm zur Förderung interessierter, engagierter und begabter Schüler*innen) teilgenommen. Hier ihre Erfahrungsberichte ...

Sommerferien und Psychologie – Bericht von der Juniorakademie Königswinter 2018

Es war 2017 als ich das erste Mal von der Juniorakademie erfahren habe. Damals ist ein Klassenkamerad von mir nach Ostbevern gefahren, um dort den Kurs Nanotechnologie auf Englisch zu belegen. Erst konnte ich das nur belächeln und habe mich gefragt, wie man freiwillig in den Sommerferien in eine Art Lerncamp fahren konnte. Meine Meinung änderte sich jedoch als er mir erzählte wie schön es doch gewesen wäre auf diese Juniorakademie zu gehen und was er dort alles Tolles erlebt hatte. Als ich dann im Frühjahr 2018 angesprochen worden bin, ob ich mich nicht auch für eine Juniorakademie bewerben möchte, habe ich mich dann doch nochmal genauer mit dem Thema auseinander gesetzt und mich entschieden, mich probehalber zu bewerben. Ich entschied mich aber nicht für Ostbevern, sondern für das weiter im Süden liegende Königswinter, wo ich den Kurs Psychologie belegen wollte. Daraufhin erhielt ich nach kurzer Zeit die Bestätigung, dass ich angenommen worden war.

Im Sommer dann kam die Juniorakademie immer näher und ich wurde auch immer gespannter, allerdings nicht nur wegen der Juniorakademie an sich, sondern weil ich seit meiner Bestätigung keine Nachrichten mehr von der Juniorakademie erhalten hatte. Ich erkundigte mich also über das Internet bei anderen Teilnehmern, die alle schon Dinge wie Packlisten und co. bekommen hatten. Als ich mich dann jedoch mit der Akademieleitung in Verbindung setzte, bekam ich alle nötigen Informationen zugesendet und konnte normal an der Juniorakademie teilnehmen.

Dann ging es endlich los: ich kam gegen 14 Uhr in Königswinter an –  zwar nicht als erster aber trotzdem doch etwas zu früh. Direkt konnte ich mein Zimmer beziehen und meine Mitbewohner kennenlernen. Um ca. 16 Uhr gab es dann die Infoveranstaltung, wo allen der Tagesablauf mitgeteilt wurde und woraufhin die Eltern verabschiedet wurden. Zu meiner Überraschung hatten wir am selben Tag auch noch unsere erste Kursstunde, in der wir uns über unsere Erwartungen an den Kurs unterhalten haben. Nach dem Abendessen sind wir dann noch in die nebenan liegende Sporthalle gegangen und haben ein paar „Sportspiele“ gespielt, welche auf gemischte Reaktionen hervorriefen. Kurz darauf endete dann auch der erste Tag.

Der nächste Tag verlief wie die darauf folgenden Tage auch. Morgens wurde eine Sportmöglichkeit angeboten, danach hatte man noch kurz die Möglichkeit sich zu duschen, bevor dann um 8 Uhr das Frühstück begann. Nachdem wir uns dann gestärkt hatten, startete um 9 Uhr mein Kurs Psychologie, wo wir uns immer über die unterschiedlichen Bereiche der Psychologie unterhalten haben. Beispielsweise haben wir uns an einem Tag mit psychologischen Strategien in der Gesprächsführung beschäftigt, wozu wir bestimmte Übungen gemacht haben. Um diese zu verinnerlichen und haben wir dann eine Art Therapie dargestellt. An einem anderen Tag haben wir uns über die Arbeitspsychologie unterhalten und wie diese Auswirkungen auf die Produktivität der Arbeiter hat. Wir haben uns auch das Thema im geschichtlichen Kontext angesehen (z.B. die Entstehung der Arbeitspsychologie zu Beginn des 20. Jahrhunderts). Nach dem Kurs ging es dann zum Mittagessen, welches immer eine warme Mahlzeit war und gut geschmeckt hat. Gesättigt hatte man dann immer kurz Zeit etwas mit den anderen Teilnehmern zu machen bevor der Chor, welcher zu meinem Bedauern in den ersten Tagen Pflicht war, startete. Nachdem sich alle im Chor verausgabt hatten, ging die zweite Einheit Psychologie los. Hier wurden in der Regel vorher vorbereitete Referate vorgetragen und Powerpoint Karaoke gemacht. Bei der Powerpoint Karaoke muss die dafür ausgewählte Person irgendeine unbekannte Powerpointpräsentation vortragen, ohne sich darauf vorbereiten zu können. Die Themen hierbei waren in der Regel psychische Störungen wie ADHS oder Depressionen. Inhaltlich ging es dabei um die Definition dieser Störungen und welche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Außerdem haben wir uns nachmittags auch viel mit positiver Psychologie beschäftigt, z.B. welche Möglichkeiten es gibt, glücklicher zu sein und wie man gegen Stress angehen kann. Wir haben dann jeden Nachmittag eine Methode der Meditation ausprobiert, um uns zu entspannen. Danach gab es Abendessen, welches entweder aus Brot und Aufschnitt oder aus den warmen Resten vom Mittag bestand. Einer der schönsten Teile des Tages waren dann die am Abend stattfindenden KüAs, die Kursübergreifenden Angebote: jeder konnte etwas anbieten, woran die anderen teilnehmen konnten. Hier wurde beispielsweise sehr viel Werwolf (oder auch andere Karten- oder Gesellschaftsspiele) gespielt. Es gab auch die Möglichkeit, einen Tanzkurs zu belegen oder Basketball zu spielen. Eine etwas kleinere Gruppe hat tatsächlich auch mal eine eigene Radioshow gemacht, wieder andere waren Geocachen. Durch diese Aktivitäten sind wir alle als Gruppe sehr zusammen gewachsen und hatten äußerst viel Spaß. Später dann um ungefähr 23 Uhr galt die Nachtruhe, an die sich aber natürlich nicht immer alle hielten.

Zu diesen normalen Tagen kamen aber auch noch ein paar sehr abwechslungsreiche. An einem Tag sind wir zum in Königswinter gelegenen Drachenfels gewandert, wo wir einen Flashmop aufführen durften. Wir kamen dann irgendwann nachmittags wieder bei der Akademie an und hatten noch etwas Zeit für Ruhe und Erholung.

Außerdem waren wir an einem Tag auch in einer stillgelegten Psychiatrie aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts, was eine ziemlich beeindruckende Erfahrung war. Dort wurde uns erklärt, wie die Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit psychisch Erkrankten umgegangen sind. Uns wurden Bilder –  gemalt von Patienten – gezeigt, die die Krankheiten der Patienten widerspiegelten. Beispielsweise hatte ein an einer gespaltenen Persönlichkeit erkrankter Patient einen Kopf mit zwei Gesichtern, die seine Persönlichkeiten darstellen sollten, getöpfert. Von diesem Besuch nahmen wir alle insgesamt sehr viel mit.

Ein weiterer interessanter Tag war der „Wechseltag“, bei dem alle die Möglichkeit bekamen, die anderen Kurse zu besuchen. Beim Forensik Kurs wurde uns dann ein „Mordfall“ vorgelegt, den wir mit unterschiedlichen forensischen Methoden lösen sollten. Der Bio-Medizin Kurs gab uns die Möglichkeit, das echte Herz eines toten Schafes zu sehen und erklärte uns, wie ein Herz aufgebaut ist und funktioniert.

Als dann auch schon der letzte Tag gekommen war, hatten wir nach unserem Frühstück keinen Kurs mehr, sondern mussten erst einmal unsere Sachen packen und uns fein für die Abschlussfeier kleiden. Bei der Abschlussfeier haben wir dann auch unsere Eltern wiedergesehen und die Ergebnisse unserer Kurse dargelegt. Am Ende wurden dann alle Teilnehmer einzeln nochmal auf die Bühne geholt und wir erhielten unser Teilnahmezertifikat.

Insgesamt war die Juniorakademie wegen der vielen neuen Freundschaften und dem Gelernten eine sehr tolle Erfahrung, die ich jedem nur empfehlen kann. Mit vielen der neuen Freunde habe ich immer noch Kontakt und ich werde die Juniorakademie als eine tolle Erfahrung in Erinnerung behalten.

Lasse Loskant (EF)

 

Investigating the physical universe – Sommerferien in der Juniorakademie Loburg

Als ich vor dem Tor der Loburg stand, wusste ich nicht mehr, weshalb ich mich ausgerechnet für die englischsprachige Juniorakademie in Ostbevern entschieden hatte. Wie sollte ich denn alles verstehen, wenn die Themen doch selbst in Deutsch schon schwierig waren? Bereits einige Minuten nach dem Beginn des „Arrival Day“s fand ich einige andere Schüler, mit denen ich mich unterhielt und herausfand, dass sie genauso fühlten wie ich. Einige Zeit später - nachdem wir uns in unseren Zimmern eingerichtet hatten - wurden wir in der „Assembly Hall“ begrüßt und mit unserem vollen Zeitplan vertraut gemacht.

In den nächsten acht Tagen verbrachte ich viel Zeit in meinem Kurs „Investigating the physical universe“. Es stellte sich heraus, dass unser Kursleiter Nick aus Oxford sehr nett und lustig war und wir alles verstanden, was er uns mitteilen wollte. Am Nachmittag hatte man Gelegenheit Sport zu machen oder dem Chor beizutreten und ganz wichtig: an den kursübergreifenden Angeboten teilzunehmen. Das heißt, dass jeder Schüler sich ein Thema ausgesucht hatte, das er den anderen Teilnehmern für 70 Minuten näher bringen konnte. Nach der Woche in der Loburg kann ich nun ein wenig Orimoto (Buchfaltkunst), habe meine Schach- und Fotografiekenntnisse verbessert und vieles mehr.

Der letzte Tag war für uns alle ziemlich aufregend, da wir den Verwandten und Eltern, aber auch einigen wichtigen Vertretern aus Politik und Gesellschaft einen „20 minutes- talk“ auf der großen Bühne vortragen mussten. Wir - der physics-Kurs - , die Nanotechnology-Leute und der Biomimetics-Kurs stellten unsere erarbeiteten Inhalte vor.

Alles in allem war es eine unglaublich tolle Erfahrung, zusammen mit anderen Jugendlichen mehr als eine Woche konzentriert an einem physikalischen Thema arbeiten zu dürfen. Außerdem habe ich auch einige neue Freunde gefunden, mit denen ich noch immer Kontakt halte.

(Greta Kaiser, 9b)

 

Bist du auch interessiert, engagiert oder besonders begabt und könntest dir vorstellen, an außerschulischen Veranstaltungen im Bereich der Talentförderung teilzunehmen?

Dann melde dich bei Frau Quandt!

Im neuen Jahr gibt es wieder viele Möglichkeiten, sich zu bewerben.

Ich freue mich auf dich!