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Erdkunde LK der Q2 zu Besuch im vom Strukturwandel betroffenen Essen

Im Zuge der Montanindustrie ist das Ruhrgebiet zum größten Ballungsgebiet Europas geworden. Doch die Kohlekrise ab 1958 läutete das Ende dieser bedeutenden Ära ein. Der Fokus liegt nun mehr auf dem Dienstleistungssektor. Zugleich werden bis heute die Bemühungen verstärkt, Essen als Einkaufsstadt zu profilieren. Dies konnten wir, der Leistungskurs der Stufe 12 unter der Leitung von Frau Sendal, bereits zu Beginn unserer Exkursion feststellen, als wir aus dem Bahnhofsgebäude kamen. Direkt auf dem ersten großen Platz, dem Willy-Brandt-Platz, hielten wir in einer 360° Drehung unsere Wahrnehmungen und Eindrücke in Form von Skizzen, Schlagworten und Fotos fest.

Nach dem ersten kurzweiligen Vortrag zur Entstehung von Essen konnten wir unsere Methodenkompetenz erweitern, indem wir in Gruppen einen Teil der Kettwiger Straße, eine Einkaufsstraße, hinsichtlich Nutzung, Geschosse, Ladenfläche, Öffnungszeiten und Fassadeneinschätzung kartierten. Dies war manchmal gar nicht so einfach, da in einem großen Gebäude viele kleine verschiedene Geschäfte vorzufinden waren oder die Ladenzeile keine Hausnummer aufwies.

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Auf dem Weg in die wohlverdiente Mittagspause Richtung „Limbecker Zentrum“ (ein Einkaufszentrum mit 70.000 qm Verkaufsfläche und mehr als 200 Shops eines der größten innerstädtischen Einkaufszentren Deutschlands) sahen wir leider auch die Schattenseite der Medaille. Immer mehr Geschäfte geben im Innenstadtkern auf.

Der Verbraucher sucht eine Wohlfühlatmosphäre, ein Gebäude auf, in dem er alles bekommt, ohne abhängig zu sein vom Wetter. Seit dem Bau des „Limbecker Zentrums“ und der Eröffnung eines 5-stöckigen Primarks in der Innenstadt mussten Läden von den Firmen Esprit, H&M oder Sportscheck ihre Türen schließen.

Essen beherbergt aber auch große wirtschaftliche Konzernzentralen, wie z.B. Thyssen-Krupp, Kaufhof, Evonik, RWE und Hochtief, deren Bauten in der Innenstadt eine kleine Skyline bilden. Die Stadt ist nicht nur Sitz großer Konzerne, sondern inzwischen auch eine sehr grüne Stadt, wie der sogenannte Krupp-Gürtel und die Lage der Gartenstadt der „Margaretenhöhe“ zeigen. Nach der Mittagspause besuchten wir, vorbei am innerstädtischen IKEA und dem Colloseum-Theater (ehemalige Gebäude der Kruppschen Stahlfabrik), den Hauptsitz von Thyssen-Krupp, der 2010 eröffnet wurde.

Der offen angelegte Campus aus insgesamt 13 Gebäuden steht in unmittelbarer Nähe zum Kruppschen Stammhaus, stärkt den Wirtschaftsstandort Essen und ermöglicht seinen Mitarbeitern ein modernes Arbeitsumfeld, kurze Wege, Erholung im grünen Umfeld direkt am Wasser. Im Zuge der Revitalisierung erlangen Bereiche wie Kunst und Kultur, Forschung und Bildung sowie das Bewusstsein für Natur und Lebensqualität neue Bedeutung.

Die Stadt hat in den vergangenen vier Jahrzehnten fast 200 000 Einwohner verloren, rutschte zwischenzeitlich aus der Rangliste der zehn größten Städte Deutschlands. Seit zwei Jahren aber wächst Essen wieder.

Die erste Universität entstand erst 1964, seitdem beginnt der Strukturwandel auch in den Köpfen. So wie sich das Bild von Essen im Rest der Republik auch langsam verbessert. Seit 2010, dem Jahr als Kulturhauptstadt, ist die Zahl der Übernachtungsgäste um 20 Prozent gestiegen. Und die der Studierenden auch. In exklusiver Lage zwischen Innenstadt und Universität ist ein neues hochwertiges, lebendiges, urbanes und grünes Viertel zum Wohnen, Arbeiten und Erholen entstanden: das Universitätsviertel - grüne Mitte Essen.

Die Entwicklung hat nun auch einen krönenden Abschluss gefunden: Die Entwicklungsgesellschaft Universitätsviertel Essen mbH (EGU), die für die Quartiersentwicklung verantwortlich ist, hat das letzte Grundstück vermarktet. Mieter des rund 37.000 Quadratmeter großen Gebäudekomplexes ist ein Schwergewicht der Medienkonzernszene — die renommierte „Funke Mediengruppe“.

Zum Abschluss besuchten wir die schon im Unterricht behandelte Gartenstadt „Margaretenhöhe“. Ein trautes Heim, schön gelegen mit Sonnenblick und Heimgarten – und dies mitten in der Großstadt im Herzen des Ruhrgebietes. Die Margarethenhöhe ist ein Stadtteil im Süden von Essen. Sie wurde vom Architekten Georg Metzendorf unter dem Vorbild der neu aufgekommenen Gartenstadt-Bewegung errichtet.

Unter der Stiftung von Margarethe Krupp (1854 – 1931), der Witwe des bekannten Industriellen und Unternehmers Friedrich Alfred Krupp (1854 – 1902), wurde an dieser Stelle ab 1906 anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter mit den Planungen einer neuen Siedlung zum Ziele der Schaffung günstiger Wohnungsbedingungen nicht nur für Angestellte und Mitarbeiter des Krupp-Konzerns begonnen.

Den Haupteingang der Siedlung bildet ein großes Tor. Die U-Bahn pendelt heute in kürzester Zeit in die Innenstadt. Zentrum der Siedlung ist der rechteckige, kleine Marktplatz mit dem Edeka und dem Gasthaus am Süd- und Nordende. Auffällig sind die sehr blumigen Straßennamen, die ein optimales Zuhause beschreiben: "Schöngelegen", "Daheim", "Stiller Weg", "Heimgarten", "Trautes Heim", "Sonnenblick" oder "Im Stillen Winkel" sind Beispiele dafür.

Seit 1987 steht die Margarethenhöhe unter Denkmalschutz.

Insgesamt bekamen wir einen guten Einblick in die Stadtentwicklung Essens und schossen doch mehr Fotos als erwartet. Als Abschluss erstellen wir nun in Gruppen eine Streifenkarte, die unsere Eindrücke und Wahrnehmungen nochmal aus unserer Perspektive visualisiert und das Erarbeitete in einem Produkt verarbeitet.